Headunit Basis

Headunit Basis (HU-B)

Als Headunit kommen Steuergeräte unterschiedlicher Systemlieferanten zum Einsatz. Baureihenübergreifend waren das in den vergangenen Jahren folgende:

Headunit High (Navigation Professional):

  • Headunit High (HU-H), Generation 3
  • High-Variante Car Information Computer (CIC), Generation 2
  • Car Communication Computer (CCC), Generation 1

Headunit Basis (Navigation Business)

  • Headunit Basis mit Navigation (HU-B)
  • Basisvariante Car Information Computer (CIC)
  • 2. Generation Central Headunit and Multimedia Platform (CHAMP)
  • Multi-Audiosystem-Kontroller (M-ASK)

Radio (keine Navigation)

  • Headunit Basis (HU-B)
  • Radio Professional (RAD2)
  • Radio Business (RAD)

Hinweis!

Beanstandung: Die FM-Senderliste ist nach Aufenthalt in einer Tiefgarage oder Tunnelfahrt nicht vorhanden.

Die Anzeige der FM-Senderliste ist erst nach 4 bis 5 Minuten unter freiem Himmel verfügbar.

 

Nachfolgend wird die neueste Generation der Headunit Basis (HU-B) beschrieben.

Das Steuergerät HU-B wird als Headunit eingesetzt. Die Headunit Basis ist die Headunit im MOST-Verbund (für Fahrzeuge mit MOST): Sonst ist die Headunit Basis am K-CAN4 angeschlossen.

Die wesentlichen Änderungen für die Headunit Basis sind:

  • Central Information Display über APIX-Datenleitung angeschlossen (bisher LVDS-Datenleitung)
  • Diversity (Antennenverstärker ohne Antennen-Diversity; Antennen-Diversity in der Headunit integriert)
  • Controller mit nur noch 5 Auswahltasten und nur noch einer Kipprichtung
  • Integration folgender früherer Steuergeräte als Funktionen in die Headunit:
    • Digitaltuner (DAB)
    • Digitaltuner US (IBOC)
    • Satellitenradio (SDARS)
  • integrierte Telefonfunktion (sonderausstattungsabhängig)
  • integrierte Navigation (optional)

Die neueste Generation der Headunit Basis verfügt jetzt entweder über eine FBAS-Leitung oder bei Navigation über zwei FBAS-Leitungen.

Bauteil-Kurzbeschreibung

Folgende Bauteile werden beschrieben:
  • Headunit Basis
  • Central Information Display mit APIX-Datenleitung
  • Controller
  • USB-Anschluss

HU-B: Headunit Basis

Die Headunit Basis (HU-B) hat 8 frei programmierbare Favoritentasten.

Beispiel F32

Index Erklärung Index Erklärung
1 Headunit Basis (HU-B) 2 Bedieneinheit Audio
3 Bedieneinheit Klima

Die Bedieneinheit Audio und die Bedieneinheit Klima sind elektrisch an der integrierten Heiz-Klimaautomatik (IHKA) angeschlossen. Dazu wird ein LIN-Bus verwendet. Die Bedieneinheiten werden von der IHKA mit Klemme 30F und Masse versorgt.

Die HU-B entspricht prinzipiell im Aufbau einem PC (PC steht für Personal Computer). Ähnlich einem PC enthält die Headunit Basis:

  • Prozessor
  • Arbeitsspeicher
  • weitere Peripherie wie z. B. ein DVD-Laufwerk (optional, nicht bei I3)

Die Headunit Basis (HU-B) ist über Ethernet mit der Diagnosesteckdose verbunden. Damit kann im Servicebetrieb die Software neu programmiert werden.

Durch die erweiterten Funktionen haben sich auch die Steckverbindungen auf der Rückseite der Headunit Basis geändert.

Die Headunit Basis gibt es in verschiedenen Ausführungen (abhängig z. B. von Fahrzeugausstattung, Länderausführung).

Die folgende Grafik zeigt beispielhaft mögliche Anschlüsse auf der Rückseite der Headunit Basis.

Index Erklärung Index Erklärung
1 Headunit Basis (HU-B) 2 Anschluss für Antenne DAB L (nur Europa-Ausführung)
3 Anschluss für Antenne DAB III (nur Europa-Ausführung) alternativ Anschluss für SDARS-Antenne (nur US-Ausführung) 4 Anschluss für Antenne FM/AM
5 Anschluss für Antenne FM/AM 2 6 Steckverbindung 40-polig mit MOST-Schnittstelle
7 Anschluss 2 für USB (Grundplatte) 8 Anschluss 3 für USB (Telematic Communication Box TCB)
9 Anschluss 1 für USB (Telematic Communication Box TCB) 10 Anschluss für Datenleitung zum Central Information Display (APIX-Datenleitung)
11 Anschluss WLAN 12 Anschluss für Bluetooth-Antenne
13 Anschluss GPS

Central Information Display mit APIX-Datenleitung

Das Central Information Display ist eine grafische Anzeigeeinheit.

Beim Central Information Display handelt sich um ein Display mit einer kombinierten Technik aus LCD und TFT (LCD = Liquid-Crystal-Display, TFT = Thin-Film-Transistor). Das Central Information Display verfügt über eine Hintergrundbeleuchtung durch LEDs.

Das Central Information Display ist durch eine APIX-Datenleitung direkt mit der Headunit verbunden. Das Central Information Display stellt die von der Headunit gelieferten Bilddaten dar. Ab dieser Technik verfügt das Central Information Display über keinen CAN-Anschluss mehr. Damit ist das Central Information Display im Diagnoseumfang kein Steuergerät mehr.

Index Erklärung Index Erklärung
A Central Information Display, Ansicht von hinten B Central Information Display, Ansicht von vorn
1 Steckverbindung 6-polig 2 Steckverbindung 2-polig, Spannungsversorgung
3 Steckverbindung 4-polig, APIX-Datenleitung

Das Central Information Display wird über die Headunit mit Spannung versorgt. Der Plusanschluss (9,5 Volt) ist über die Headunit geschaltet.

Das Central Information Display ist über die APIX-Datenleitung (Automotive Pixel Link) an der Headunit angeschlossen.

CON: Controller

Der Controller ist das zentrale Bedienelement für die am Central Information Display auswählbaren und konfigurierbaren Fahrzeugfunktionen. Bedienteil und Steuergerät des Controllers (CON) sind zu einem Bauteil zusammengefasst. Um den Controller sind 5 feste Auswahltasten angeordnet. Durch diese Auswahltasten ist die Anwahl der Hälfte aller Untermenüs möglich.

Index Erklärung Index Erklärung
1 Controller (CON) 2 Steckverbindung 4-polig

Der Controller ist über das Bus-System mit der Headunit verbunden.

Signalweg (z. B. F2x, F3x): Controller (CON) > K-CAN > Front Electronic Module (FEM) > K-CAN2 > Headunit Basis (HU-B)

Signalweg (z. B. I01, F56): Controller (CON) > K-CAN4 > Headunit Basis (HU-B)

Das Signal für die Suchbeleuchtung (Klemme 58g z. B. für die Tasten) wird auf dem Bus übertragen.

USB-Anschluss

Hinweis!

Ein Import von Daten über die USB-Audio-Schnittstelle in der Mittelkonsole ist nicht möglich. Diese Schnittstelle ist weiterhin nur für die Wiedergabe externer Audioquellen vorgesehen.

Die Headunit Basis hat USB-Anschlüsse:

  • Grundplatte (Ethernet für Programmierung)
  • USB-Audio-Schnittstelle

Ohne Sonderausstattung USB-Audio-Schnittstelle ist der USB-Anschluss im Handschuhkasten.

Beispiel Handschuhkasten

Index Erklärung
1 USB-Anschluss im Handschuhkasten

Dabei werden USB-Sticks mit dem Standard USB 1.1 unterstützt. Empfohlen wird jedoch der Standard USB 2.0 (= High-Speed).

Bei einer Partitionierung des USB-Sticks müssen sich die Dateien auf der ersten Partition befinden. Nur so werden diese Dateien erkannt und verwendet. Die USB-Schnittstelle versorgt den USB-Stick mit max. 500 mA.

USB-Festplatten, USB-Hubs und USB-Speicherkartenleser mit mehreren Einschüben können an der USB-Schnittstelle nicht gelesen werden.

Aux-In-Anschluss

Die Audiobuchse (AUX-In-Anschluss) dient zum Anschluss einer externen Audioquelle (z. B. MP3- oder CD-Spieler) über einen 3,5 mm Klinkenstecker. Die Bedienung erfolgt über die Bedienelemente der externen Audioquelle.

Als Sonderausstattung ist der AUX-In-Anschluss mit USB-Anschluss (SA6FL “USB-Audio-Schnittstelle”) verfügbar. Externe Audioquellen mit USB-Anschluss werden über diese USB-Audio-Schnittstelle in das Entertainmentsystem des Fahrzeugs eingebunden.

Wenn eine externe Audioquelle am AUX-In-Anschluss über den Klinkenstecker angeschlossen wird, werden die Audiodaten über eine Audioleitung zur Headunit übertragen. Über iDrive wird die Audioquelle ausgewählt. Die Musiktitel werden an der externen Audioquelle ausgewählt.

Index Erklärung Index Erklärung
1 AUX-In-Anschluss mit USB-Anschluss 2

Steckverbindung (für AUX-In-Anschluss):

4-polig bei SA 6FL

6-polig bei SA 6NF

3 Steckverbindung 4-polig (Verbindung zum USB-Hub oder zum Telefonsteuergerät) 4 USB-Anschluss (durch einen Schiebemechanismus geschützt)
5 AUX-In-Anschluss

Systemfunktionen

Folgende Systemfunktionen werden beschrieben:
  • Funktionale Vernetzung
  • Funktionserweiterungen der HU-B
  • Integrierte Telefonfunktion
  • Personalisierung von Einstellungen

Funktionale Vernetzung

Zur Umsetzung der Headunit ist ein komplexer Systemverbund mit verteilten Funktionen in weiteren Steuergeräten notwendig. Die folgende Grafik zeigt die funktionale Vernetzung.

Beispiel F3x

Index Erklärung Index Erklärung
1 Dynamische Stabilitäts-Control (DSC) 2 Central Information Display
3 Stromverteiler vorn 4 Front Electronic Module (FEM), für andere Baureihen alternativ Body Domain Controller (BDC)
5 Navigationssystem Japan im Innenspiegel 6 USB-Anschluss Beispiel Handschuhkasten
7 AUX-In-Anschluss mit USB-Anschluss 8 Bedieneinheit Audio
9 Bedieneinheit Klimaanlage 10 Stromverteiler hinten
11 Integrated Chassis Management (ICM) 12 Controller (CON)
13 Integrierte Heiz-Klima-Automatik (IHKA) 14 Anschlüsse für Lautsprecher
15 Schaltzentrum Lenksäule 16 Instrumentenkombination (KOMBI)
17 Anschlüsse Antennen

Funktionserweiterungen der Headunit Basis

Durch das Zusammenfassen mehrerer bisher externer Geräte in einem Gehäuse ergeben sich folgende Vorteile:

  • mehr Funktionalitäten
  • gute Erweiterbarkeit durch Software mittels geeigneter Schnittstellen
  • weniger Steckverbindungen, dadurch weniger Fehlerquellen
  • optimierter Einbauraum und weniger Gewicht

Die HU-B ist modular aufgebaut. Die wichtigsten Systeme für die Kommunikation sind als Module in der HU-B integriert. Die HU-B vereint folgende Bauteile in einem Gehäuse:

  • Tuner (FM)
  • Tuner (AM)
  • Antennen-Diversity
  • DAB-Tuner (L-Band und III-Band)
  • IBOC Dekoder (nur US)
  • Satellitentuner SDARS (nur US)
  • Audiosystem-Kontroller
  • Gateway MOST CAN
  • Schnittstelle zum Central Information Display (APIX)

Das DVD-Laufwerk eignet sich zum Abspielen von CDs (digital Audio). Hierbei werden sowohl die Formate MP3, WMA als auch die Formate AAC (m3a, m3p von iTunes) unterstützt.

Integrierte Telefonfunktion

Je nach Ausstattung des Fahrzeugs ist die Telefonfunktion in die Headunit integriert. In diesem Fall ist kein separates Telefonsteuergerät eingebaut.

Die Vorgehensweise zur Bluetooth-Kopplung des Mobiltelefons ist der Bedienungsanleitung zu entnehmen.

Separate Funktionsbeschreibung für integrierte Telefonfunktion beachten!

Personalisierung von Einstellungen

Die Personalisierung von Funktionen ist für BMW Fahrzeuge unter Personal Profile bekannt. Dabei werden individuelle Einstellungen im Fahrzeug schlüsselabhängig gespeichert. Die Einstellungen werden bei Entriegeln des Fahrzeugs wieder aufgerufen.

Die HU-B unterstützt auch Mobile Profile.

Mit Mobile Profile kann das Personal Profile des Benutzers über folgende Schnittstellen übertragen werden:

  • externen USB-Speicher
  • online über das BMW Portal

Anschließend kann das Personal Profile in ein anderes BMW Fahrzeug importiert werden.

Hinweise für den Service

Diagnosehinweise

Hinweis!

Über das Diagnosesystem können mit einer Servicefunktion die Einstellungen von Personal Profile zurückgesetzt werden.

Pfad: Servicefunktionen > Karosserie > Headunit > Auslieferzustand wieder herstellen

Bei der Auswahl ”Wahrnehmungssymptome” steht ein Fehlerbildkatalog zur Verfügung.

Programmierhinweise

Zum Programmieren der Headunit Basis (HU-B) wird folgende Schnittstelle benutzt:

  • Ethernet über Diagnosesteckdose

Druckfehler, Irrtümer und technische Änderungen vorbehalten.

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