Blendfreier Fernlichtassistent

Die Außenbeleuchtung dient dem sicheren Erkennen des Fahrzeugs und zur Signalisierung von Fahrmanövern bei Tag und bei Nacht. Durch die Fahrzeugbeleuchtung wird der Fahrbereich des Fahrzeugs ausgeleuchtet.

Um den Anforderungen, die sich aus verschiedenen Verkehrssituationen und Straßentypen ergeben gerecht zu werden, erfolgt zukünftig der Einsatz von Scheinwerfern mit variablen Lichtverteilungen. Ziel ist die verbesserte Ausleuchtung der Fahrbahn durch höhere Leuchtweite auch bei entgegenkommendem oder vorausfahrendem Verkehr.

Das System blendfreier Fernlichtassistent kann während der kompletten Nachtfahrt eingeschaltet bleiben. Entgegenkommende und vorausfahrende Fahrzeuge werden rechtzeitig erkannt und aus dem Lichtstrahl "ausgeblendet". Die intensivere Nutzung des Fernlichts in der Nacht führt zu besserer Wahrnehmung von Gefahrensituationen. Die Außenbeleuchtung trägt somit zur aktiven Sicherheit im Straßenverkehr bei.

Der blendfreie Fernlichtassistent ist in der Sonderausstattung adaptives Kurvenlicht SA524 integriert. Dabei besteht eine Zwangskopplung mit folgenden Sonderausstattungen:

  • Xenon-Scheinwerfer SA522 oder LED-Scheinwerfer SA552
  • Regensensor SA521
  • Nebelscheinwerfer SA520
  • Fernlichtassistent SA5AC

Der blendfreie Fernlichtassistent wird nur in der Europa-Ausführung angeboten. Der blendfreie Fernlichtassistent ist nicht in US-Ausführung und Japan-Ausführung erhältlich.

Abhängig von Baureihe, Baustand, Modelljahr und Fahrzeugausstattung können für die Funktion blendfreier Fernlichtassistent unterschiedliche Systeme zum Einsatz kommen:

  • Beispiel F06, F12, F13:
    • Fahrzeuge mit Xenon-Scheinwerfer:

      Das Scheinwerfertreibermodul links und das Scheinwerfertreibermodul rechts sind jeweils am LIN-Bus angeschlossen.

    • Fahrzeuge mit LED-Scheinwerfer:

      Das LED-Hauptlichtmodul links und das LED-Hauptlichtmodul rechts sind jeweils am LIN-Bus angeschlossen.

      Das Scheinwerfertreibermodul links und das Scheinwerfertreibermodul rechts sind jeweils am LIN-Bus angeschlossen.

  • Beispiel F01, F02 und F10, F11, F18 und F15, F16:
    • Fahrzeuge mit Xenon-Scheinwerfer:

      Scheinwerfertreibermodul links (STML) und Scheinwerfertreibermodul rechts (STMR) sind jeweils am K-CAN3 und am LIN-Bus angeschlossen.

    • Fahrzeuge mit LED-Scheinwerfer:

      LED-Hauptlichtmodul links (LHML) und LED-Hauptlichtmodul (LHMR) sind jeweils am K-CAN3 angeschlossen.

      Scheinwerfertreibermodul links (STML) und Scheinwerfertreibermodul rechts (STMR) sind jeweils am K-CAN3 und am LIN-Bus angeschlossen.

  • Beispiel F32, F33, F36, F8x:
    • Fahrzeuge mit Xenon-Scheinwerfer:

      Scheinwerfertreibermodul links (STML) und Scheinwerfertreibermodul rechts (STMR) sind jeweils am K-CAN2 und am LIN-Bus angeschlossen.

    • Fahrzeuge mit LED-Scheinwerfer:

      LED-Hauptlichtmodul links (LHML) und LED-Hauptlichtmodul rechts (LHMR) sind jeweils am K-CAN2 angeschlossen.

      Scheinwerfertreibermodul links (STML) und Scheinwerfertreibermodul rechts (STMR) sind jeweils am K-CAN2 und am LIN-Bus angeschlossen.

Die folgende Grafik zeigt die beteiligten Bauteile zur Steuerung des blendfreien Fernlichtassistenten am Beispiel F10.

Index Erklärung Index Erklärung
1 KAFAS-Kamera (KAFAS) oder FLA-Kamera 2 Regen-Licht-Solar-Beschlagsensor
3 Schaltzentrum Lenksäule 4 Car Access System (CAS)
5 Fußraummodul (FRM) 6 Crash-Sicherheits-Modul (ACSM)
7 Walzenantrieb der Blende 8 Schrittmotoren der Leuchtweitenregulierung
9 Integriertes Chassis Management (ICM) 10 Zentrales Gateway-Modul (ZGM)
11 Junction-Box-Elektronik (JBE)

Bauteil-Kurzbeschreibung

Bauteile können fahrzeugspezifisch und ausstattungsspezifisch abweichen. So ersetzt das Front Electronic Module (FEM) beispielsweise im F3x das Fußraummodul (FRM) und die Junction-Box-Elektronik (JBE). Im F15, F16 ersetzt der Body Domain Controller (BDC) das Fußraummodul (FRM) und die Junction-Box-Elektronik (JBE).

Folgende Bauteile für den blendfreien Fernlichtassistenten werden beschrieben:

  • Scheinwerfer
  • Scheinwerfertreibermodul
  • Fußraummodul
  • LED-Hauptlichtmodul
  • Integrated Chassis Management
  • Junction-Box-Elektronik
  • Zentrales Gateway-Modul
  • Front Electronic Module
  • Body Domain Controller
  • Schaltzentrum Lenksäule
  • Regen-Licht-Solar-Beschlagsensor
  • Innenspiegel mit Fernlichtassistent
  • KAFAS-Kamera
  • Bedieneinheit Licht
  • Fahrtrichtungs-Fernlichtschalter

Scheinwerfer

Xenon-Scheinwerfer sind neben LED-Scheinwerfern als Sonderausstattung erhältlich. Xenon-Scheinwerfer oder LED-Scheinwerfer sind für den blendfreien Fernlichtassistenten notwendig. Das Abblendlicht der Xenon-Scheinwerfer befindet sich in der äußeren Kammer des Scheinwerfers. Bei Fahrzeugen mit LED-Scheinwerfern werden mit dem Einschalten des Fahrlichts die LEDs des Abblendlichts in beiden Kammern des Scheinwerfers eingeschaltet.

Die Scheinwerfer sind mit je zwei Schrittmotoren ausgestattet. Einer für die Leuchtweitenregulierung, der zweite Schrittmotor ist sowohl für die Funktion Kurvenlicht als auch für die Funktion des blendfreien Fernlichtassistenten verantwortlich. Hierbei kann jeder Scheinwerfer individuell um maximal 15° geschwenkt werden. Dadurch wird bei Gegenverkehr oder vorausfahrendem Verkehr ein blendfreier Bereich von 5° - 7° durch Schwenken der Scheinwerfer eingestellt.

Der Lichtstrahl des Scheinwerfers ist nach innen durch eine feststehende Blende begrenzt. Dadurch gibt es eine andere Lichtverteilung gegenüber herkömmlichen Scheinwerfern.

Das Fernlicht wird ebenfalls für die Funktion der Lichthupe genutzt.

Die folgende Grafik zeigt die Bauteile am Beispiel eines Xenon-Scheinwerfer im F01LCI.

Index Erklärung Index Erklärung
1 Reflektor 2 Stellmotor für Blende
3 Leuchtmittel 4 Drehbare Walze mit unterschiedlichen Konturen
5 Linse des Scheinwerfers

Die folgende Grafik zeigt die Bauteile am Beispiel eines Xenon-Scheinwerfers im F30.

Index Erklärung Index Erklärung
A Äußere Kammer (Abblendlicht) B Innere Kammer (Fernlicht)
1 Reflektor 2 Leuchtmittel
3 Feststehende Blende 4 Blende (blendfreier Fernlichtassistent)

Scheinwerfertreibermodul

Das Scheinwerfertreibermodul ist als Platine im Scheinwerfer eingebaut. Das Scheinwerfertreibermodul  wertet die vom Fußraummodul (FRM) oder Front Electronic Module (FEM) oder Body Domain Controller (BDC) gesendete Signale aus. Das Scheinwerfertreibermodul übernimmt dabei die Steuerung der Lichtfunktionen des Scheinwerfers.

Das Scheinwerfertreibermodul steuert außer den Lichtfunktionen auch folgende Funktionen der Schrittmotoren:

  • Leuchtweitenregulierung
  • Adaptives Kurvenlicht
  • Blendfreier Fernlichtassistent

LED-Hauptlichtmodul

Das LED-Hauptlichtmodul ist am LED-Scheinwerfer eingebaut.

Das LED-Hauptlichtmodul steuert folgende Funktionen:

  • Abblendlicht
  • Fernlicht
  • Lichthupe

Die Steuerung der Lichtfunktionen erfolgt über die Klemmen 56a und 56b.

Das LED-Hauptlichtmodul steuert zusätzlich die Temperaturregelung im LED-Scheinwerfer. Als Eingangssignale dienen die Werte von 3 Temperatursensoren sowie die Signale von Fahrgeschwindigkeit und Außentemperatur. In der Temperaturregelung ist auch eine Funktion zur Enttauung des LED-Scheinwerfers enthalten.

Für die Diagnose der Lüfter und Temperatursensoren werden die Daten aus dem LED-Hauptlichtmodul an das Fußraummodul (FRM) oder an das Front Electronic Module (FEM) oder an den Body Domain Controller (BDC) übertragen.

FRM: Fußraummodul

Sämtliche Funktionen der Außenbeleuchtung werden vom Fußraummodul (FRM) gesteuert.

Das Fußraummodul (FRM) erhält viele Eingangssignale, die zum Einschalten der Scheinwerfer führen. Das Fußraummodul (FRM) bildet die Schnittstelle zur Instrumentenkombination (KOMBI). Es ermöglicht die Kommunikation zwischen dem LIN-Bus und dem K-CAN und damit der Nachrichtenübermittlung auf den jeweils anderen Bus.

ICM: Integrated Chassis Management

Das Integrated Chassis Management (ICM) wertet die Daten der Höhenstandssensoren an der Vorderachse und Hinterachse aus. So stellt die automatische Leuchtweitenregulierung sicher, dass der entgegenkommende Verkehr nicht geblendet wird. Das Integrated Chassis Management (ICM) enthält zusätzlich Sensoren für die Fahrdynamikregelung. Das Fußraummodul (FRM) oder das Front Electronic Module (FEM) oder der Body Domain Controller (BDC) erhält die Signale vom Integrated Chassis Management (ICM).

JBE: Junction-Box-Elektronik

Die Junction-Box-Elektronik (JBE) ruft beim Regen-Licht-Solar-Beschlagsensor über den LIN-Bus den Status der Umgebungshelligkeit ab. Die Junction-Box-Elektronik (JBE) sendet den Status an das Fußraummodul (FRM). Das Fußraummodul (FRM) wertet den Status der Umgebungshelligkeit aus.

ZGM: Zentrales Gateway-Modul

Das zentrale Gateway-Modul (ZGM) verknüpft alle Busse miteinander. Damit ermöglicht die Gateway-Funktion des zentralen Gateway-Moduls (ZGM) einen Datenaustausch zwischen den unterschiedlichen Bus-Systemen. Gespeicherte Systemfunktionen können durch entsprechende Befehle abgerufen werden.

FEM: Front Electronic Module

Mit dem Front Electronic Module (FEM) werden bekannte Steuergeräte und deren Funktionen durch eine neue Generation abgelöst. Das Front Electronic Module (FEM) ist das zentrale Steuergerät im Bordnetz. Zugleich ist das Front Electronic Module (FEM) das Gateway für die weiteren Steuergeräte. Das Front Electronic Module (FEM) stellt Funktionen aus den ehemaligen Steuergeräten Fußraummodul (FRM), Car Access System (CAS), Junction-Box-Elektronik (JBE) und zentralem Gateway-Modul (ZGM) sicher. Das zentrale Gateway-Modul (ZGM) ist als eigenständiges Steuergerät in das Front Electronic Module (FEM) eingebaut.

Das Front Electronic Module (FEM) ist als Master-Steuergerät für die Funktionen der Außenbeleuchtung zuständig. Das Front Electronic Module (FEM) entscheidet, welche Lichtfunktionen aktiviert bzw. deaktiviert werden müssen. Für viele Funktionen sind Informationen von Sensoren, Kontakten und Schalter nötig. Das Front Electronic Module (FEM) empfängt die Signale der Bauteile und stellt den Bus-Teilnehmern die jeweiligen Informationen zur Verfügung.

BDC: Body Domain Controller

Mit dem Body Domain Controller (BDC) werden bekannte Steuergeräte und deren Funktionen durch eine neue Generation abgelöst. Der Body Domain Controller (BDC) ist das zentrale Steuergerät im Bordnetz. Zugleich ist der Body Domain Controller (BDC) das Gateway für die weiteren Steuergeräte. Der Body Domain Controller (BDC) stellt Funktionen aus den ehemaligen Steuergeräten Fußraummodul (FRM), Car Access System (CAS), Junction-Box-Elektronik (JBE) und zentralem Gateway-Modul (ZGM) sicher. Das zentrale Gateway-Modul (ZGM) ist als eigenständiges Steuergerät in Body Domain Controller (BDC) eingebaut.

Der Body Domain Controller (BDC) ist als Master-Steuergerät für die Funktionen der Außenbeleuchtung zuständig. Der Body Domain Controller (BDC) entscheidet, welche Lichtfunktionen aktiviert bzw. deaktiviert werden müssen. Für viele Funktionen sind Informationen von Sensoren, Kontakten und Schalter nötig. Der Body Domain Controller (BDC) empfängt die Signale der Bauteile und stellt den Bus-Teilnehmern die jeweiligen Informationen zur Verfügung.

Schaltzentrum Lenksäule

Das Schaltzentrum Lenksäule  verfügt rechts und links über jeweils einen Lenkstockschalter. Der rechte Lenkstockschalter ist für die Bedienung der Funktionen der Wisch-Wasch-Anlage. Der linke Lenkstockschalter ist für die Bedienung von Fernlicht und Fahrtrichtungsanzeiger sowie der Funktionen des Bordcomputers.

Die Signale des integrierten Lenkwinkelsensors werden an das Integrated Chassis Management (ICM) gesendet.

Regen-Licht-Solar-Beschlagsensor

Der Regen-Licht-Solar-Beschlagsensor wird vom Funktionszentrum Dach (FZD) mit Spannung versorgt und besteht aus folgenden Sensoren:

  • Regensensor
  • Fotodioden
  • Solarsensor
  • Beschlagsensor

Die Fotodioden erfassen die Umgebungshelligkeit und das Vorfeld des Fahrzeugs. Die Fotodioden liefern das Signal für das Einschalten oder Ausschalten der automatischen Fahrlichtsteuerung.

Innenspiegel mit Fernlichtassistent

Die FLA-Kamera und das FLA-Steuergerät sind in einem gemeinsamen Gehäuse im Innenspiegel verbaut. Die FLA-Kamera ist ein vereinfachter Bildsensor, der die Farbe und die Intensität des Lichts erkennen kann.

Über einen Verbindungsstecker wird die FLA-Kamera mit Spannung versorgt. Ein zusätzlicher Stecker verbindet das FLA-Steuergerät mit dem CAN-Bus des Fahrzeugs.

Index Erklärung Index Erklärung
1 Innenspiegel mit Fernlichtassistent 2 Steckverbindung, LVDS-Leitung
3 Halter Kamera 4 Kamera
5 Fotodiode

KAFAS-Kamera

Ausstattungsabhängig stehen verschiedene kamerabasierte Systeme zur Verfügung. Die von der KAFAS-Kamera aufgenommenen Lichtpunkte, Lichtfarben und Lichtintensitäten werden vom KAFAS-Steuergerät ausgewertet. Die Bewertung durch das KAFAS-Steuergerät führt zu einer Empfehlung für das Einschalten oder Ausschalten des blendfreien Fernlichtassistenten. Die technische Umsetzung wird mit der KAFAS-Kamera und dem KAFAS-Steuergerät (KAFAS) realisiert.

Index Erklärung Index Erklärung
1 Halter Kamera 2 Kamera
3 Steckverbindung, LVDS-Leitung

Bedieneinheit Licht

Die Außenbeleuchtung kann über die Bedieneinheit Licht eingeschaltet und ausgeschaltet werden.

Die Bedieneinheit Licht enthält sowohl den Lichtschalter als auch zusätzliche Bauteile.

Index Erklärung Index Erklärung
1 Taste für die Nebelschlussleuchten 2 Taste für die Nebelscheinwerfer
3 Lichtschalter in Schalterstellung A (Schalterstellung für automatische Fahrlichtsteuerung) 4 Schalterstellung 0 für Tagfahrlicht
5 Schalterstellung 1 für Standlicht 6 Schalterstellung 2 für Abblendlicht
7 Drehschalter für Lichtfunktionen 8 Dimmer für Instrumentenbeleuchtung

Fahrtrichtungs-Fernlichtschalter

Der Fahrtrichtungsanzeiger und das Fernlicht werden über den Fahrtrichtungs-Fernlichtschalter am Schaltzentrum Lenksäule bedient.

Das Signal des Fahrtrichtungs-Fernlichtschalters wird vom Schaltzentrum Lenksäule gesendet. Über das zentrale Gateway-Modul (ZGM) erhält das Fußraummodul (FRM) oder das Front Electronic Module (FEM) oder der Body Domain Controller (BDC) die Signale des Fahrtrichtungs-Fernlichtschalters.

Index Erklärung Index Erklärung
1 Taste blendfreier Fernlichtassistent 2 Bordcomputer-Taste
3 Fernlicht 4 Tippblinken rechts
5 Dauerblinken rechts 6 Lichthupe
7 Tippblinken links 8 Dauerblinken links

Systemübersicht

Die folgende Grafik zeigt den Systemverbund blendfreier Fernlichtassistent mit KAFAS-Kamera und Xenon-Scheinwerfern am Beispiel F10.

Index Erklärung Index Erklärung
1 Scheinwerfer links 2 Nebelscheinwerfer links
3 KAFAS-Kamera 4 Nebelscheinwerfer rechts
5 Scheinwerfer rechts 6 Junction-Box-Elektronik (JBE)
7 Stromverteiler Junction-Box-Elektronik (JBE) 8 Stromverteiler
9 Integrated Chassis Management (ICM) 10 Höhenstandssensor hinten
11 Schaltzentrum Lenksäule 12 Zentrales Gateway-Modul (ZGM)
13 KAFAS-Steuergerät (KAFAS) 14 Höhenstandsensor vorn
15 Car Access System (CAS) 16 Instrumentenkombination (KOMBI)
17 Regen-Licht-Solar-Beschlagsensor 18 Bedieneinheit Licht
19 Fußraummodul (FRM)

Die folgende Grafik zeigt den Systemverbund blendfreier Fernlichtassistent im Innenspiegel und LED-Scheinwerfern am Beispiel F32.

Index Erklärung Index Erklärung
1 Scheinwerfer links 2 Nebelscheinwerfer links
3 Nebelscheinwerfer rechts 4 Scheinwerfer rechts
5 Stromverteiler vorn 6 Front Electronic Module (FEM)
7 Stromverteiler im FEM 8 Stromverteiler hinten
9 Integrated Chassis Management (ICM) 10 Höhenstandssensor hinten
11 Bedieneinheit Licht 12 Schaltzentrum Lenksäule
13 Dynamische Stabilitäts Control (DSC) 14 Höhenstandsensor vorn
15 Innenspiegel mit Fernlichtassistent 16 Regen-Licht-Solar-Beschlagsensor
17 Instrumentenkombination (KOMBI)

Systemfunktionen

Die Lichtfunktionen der Scheinwerfer werden über je ein Scheinwerfertreibermodul gesteuert. Das Scheinwerfertreibermodul erhält die Informationen zur Spannungsversorgung der Leuchtmittel vom Fußraummodul (FRM) oder Front Electronic Module (FEM) oder Body Domain Controller (BDC). Die Xenon-Scheinwerfer oder LED-Scheinwerfer werden über einen Stromverteiler mit Spannung versorgt.

Folgende Systemfunktionen werden beschrieben:

  • Standlicht, Fahrlicht und Fernlicht
  • Dynamische Leuchtweitenregulierung
  • Automatische Fahrlichtsteuerung
  • Variable Lichtverteilung
  • Adaptives Kurvenlicht
  • Blendfreier Fernlichtassistent

Standlicht, Fahrlicht und Fernlicht

Die Außenbeleuchtung wird über die Bedieneinheit Licht eingeschaltet oder ausgeschaltet.

Standlicht

Um das Fahrzeug mit dem Standlicht bei Dunkelheit leichter erkennbar zu machen, muss der Lichtschalter in die Schalterstellung 1 gedreht werden. Sobald das Standlicht eingeschaltet ist, ertönt bei geöffneter Fahrertür ein akustisches Signal und in der Instrumentenkombination (KOMBI) wird eine Check-Control-Meldung ausgegeben. Das eingeschaltete Standlicht kann dazu führen, dass die Batterie entleert wird.

Fahrlicht

Zum Einschalten des Abblendlichts muss der Lichtschalter in der Bedieneinheit Licht in Schalterstellung 2 gedreht werden. Wenn der Motor ausgeschaltet wird, bleibt das Standlicht an, obwohl sich der Lichtschalter in Schalterstellung 2 befindet. Mit dem Öffnen der Fahrertür wird auch das Standlicht abgeschaltet.

In Schalterstellung A (Schalterstellung für automatische Fahrlichtsteuerung) wird das Fahrlicht abhängig von der Umgebungshelligkeit (Signal vom Regen-Licht-Solar-Beschlagsensor) eingeschaltet. Das Fußraummodul (FRM) oder Front Electronic Module (FEM) oder der Body Domain Controller (BDC) schaltet das Fahrlicht ein.

Ein Referenzlauf des Scheinwerfers findet beim Einschalten der Klemme 15 statt. Hierbei wird der Verstellbereich der Leuchtweitenregulierung und des adaptiven Kurvenlichts referenziert.

Fernlicht

Das Fernlicht wird unter folgenden Bedingungen eingeschaltet:

  • Klemme 15 ein
  • Fahrlicht aktiviert
  • Fernlicht am Fahrtrichtungs-Fernlichtschalter eingeschaltet oder Fernlichtassistent aktiviert

Die Lichthupe wird durch Ziehen am Fahrtrichtungs-Fernlichtschalter aktiviert.

Dynamische Leuchtweitenregulierung

Die automatische Leuchtweitenregulierung stellt sicher, dass der entgegenkommende Verkehr nicht geblendet wird. Für die automatische Leuchtweitenregulierung sind 2 Höhenstandssensoren eingebaut. Jeweils ein Höhenstandssensor befindet sich an der Vorderachse sowie an der Hinterachse des Fahrzeugs. Die Höhenstandssensoren werden direkt vom Integrated Chassis Management (ICM) ausgewertet. Das Fußraummodul (FRM) oder das Front Electronic Module (FEM) oder der Body Domain Controller (BDC) erhält die Signale vom Integrated Chassis Management (ICM).

Die dynamische Leuchtweitenregulierung wurde für den Ausgleich auftretender Nickbewegungen aus Bremsvorgängen und Beschleunigungsvorgängen entwickelt.

Automatische Fahrlichtsteuerung

Damit das Fahrlicht automatisch eingeschaltet werden kann, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Lichtschalter in Schalterstellung A (Schalterstellung für automatische Fahrlichtsteuerung)
  • Klemme 15 ein
  • Regen-Licht-Solar-Beschlagsensor meldet geringe Helligkeit

Die Junction-Box-Elektronik (JBE) oder das Front Electronic Module (FEM) oder der Body Domain Controller (BDC) ruft vom Regen-Licht-Solar-Beschlagsensor den Status der Umgebungshelligkeit ab. Besteht eine Veranlassung, das Fahrlicht einzuschalten oder auszuschalten, führt diese das Fußraummodul (FRM) oder das Front Electronic Module (FEM) oder der Body Domain Controller (BDC) aus. Das Fahrlicht wird zusammen mit dem Standlicht durch die automatische Fahrlichtsteuerung eingeschaltet.

Wenn das Signal vom Regen-Licht-Solar-Beschlagsensor durch einen Defekt ausbleibt, schaltet das Fußraummodul (FRM) oder das Front Electronic Module (FEM) oder der Body Domain Controller (BDC) bei aktivierter automatischer Fahrlichtsteuerung das Fahrlicht ein.

Ein durch die automatische Fahrlichtsteuerung eingeschaltetes Fahrlicht kann mit dem Lichtschalter oder durch den Regen-Licht-Solar-Beschlagsensor, bei genügender Helligkeit, ausgeschaltet werden. Das Standlicht kann auch nach Klemme 15 aus weiterhin in Betrieb sein, da es durch die automatische Fahrlichtsteuerung eingeschaltet wurde. Nach dem Öffnen der Fahrertür wird das Standlicht automatisch abgeschaltet. Wenn das Fahrzeug durch eine andere Tür verlassen wird, wird das Standlicht durch Verriegeln des Fahrzeugs ausgeschaltet.

Das Fußraummodul (FRM) oder das Front Electronic Module (FEM) oder der Body Domain Controller (BDC) schaltet das Fahrlicht nur bei geringer Umgebungshelligkeit ein. Bei einer Einfahrt in einen Tunnel oder beim Durchfahren einer Allee kann daher das Fahrlicht verzögert eingeschaltet werden. Der Lichtschalter muss sich in der Schalterstellung A (Schalterstellung für automatische Fahrlichtsteuerung) befinden.

Variable Lichtverteilung

In der Europa-Ausführung ist die Funktion der variablen Lichtverteilung im Fußraummodul (FRM) oder Front Electronic Module (FEM) oder Body Domain Controller (BDC) integriert. Die variable Lichtverteilung wird nicht in der US-Ausführung angeboten.

Lichtverteilung Stadt

Bei der Lichtverteilung Stadt wird die linke Seite der Fahrbahn mehr ausgeleuchtet als bisher. Die bessere Ausleuchtung der Fahrbahn wird durch das Fußraummodul (FRM) oder das Front Electronic Module (FEM) oder dem Body Domain Controller (BDC) über folgende Maßnahmen erreicht:

  • Absenken des linken Scheinwerfers
  • Schwenken des linken Scheinwerfers nach links

Die Lichtverteilung Stadt steht ab dem Signal Motor läuft zur Verfügung. Die Digitale Motor Elektronik (DME) oder die Digitale Diesel Elektronik (DDE) stellen das Signal zur Verfügung.

Lichtverteilung Landstraße

Die Lichtverteilung Landstraße entspricht der Lichtverteilung, die bisher für das Fahrlicht verwendet wurde. Die Lichtfunktion steht ab Klemme 15 ein zur Verfügung. Die Lichtverteilung Landstraße stellt die Grundeinstellung der Scheinwerfer dar. Die Grundeinstellung wird bei Störungen im Gesamtsystem der Lichtverteilung eingenommen.

Wenn die Fahrgeschwindigkeit über 45 Kilometer pro Stunde beträgt, wird von Lichtverteilung Stadt auf Lichtverteilung Landstraße umgestellt. Wenn die Fahrgeschwindigkeit unter 40 Kilometer pro Stunde sinkt, wird wieder auf Lichtverteilung Stadt zurückgestellt. Das Geschwindigkeitssignal sowie Motor läuft erhält das Fußraummodul (FRM) oder das Front Electronic Module (FEM) oder der Body Domain Controller (BDC) vom zentralen Gateway-Modul (ZGM).

Lichtverteilung Autobahn

Die Lichtverteilung Autobahn erhöht unter bestimmten Bedingungen die Leuchtweite des Fahrlichts.

Das Fußraummodul (FRM) oder das Front Electronic Module (FEM) oder der Body Domain Controller (BDC) stellt unter folgenden Bedingungen die Scheinwerfer in die Lichtverteilung Autobahn um:

  • Fahrgeschwindigkeit länger als 30 Sekunden über 110 Kilometer pro Stunde
  • Fahrgeschwindigkeit über 140 Kilometer pro Stunde

Wenn die Fahrgeschwindigkeit unter 110 Kilometer pro Stunde sinkt, werden die Scheinwerfer abgesenkt. Das Absenken der Scheinwerfer (Reduzierung der Leuchtweite) ist schrittweise ab 110 Kilometer pro Stunde:

  • 110 Kilometer pro Stunde
  • 100 Kilometer pro Stunde
  • 90 Kilometer pro Stunde
  • 80 Kilometer pro Stunde

Ab 80 Kilometer pro Stunde wird die Lichtverteilung Autobahn wieder vollständig auf Lichtverteilung Landstraße zurückgestellt.

Adaptives Kurvenlicht

Das adaptive Kurvenlicht wird als Sonderausstattung angeboten und ist notwendig für den blendfreien Fernlichtassistenten. Das adaptive Kurvenlicht basiert auf horizontal und vertikal schwenkbaren Scheinwerfern und arbeitet sowohl in der Funktion Abblendlicht als auch in der Funktion des Fernlichts. Das adaptive Kurvenlicht ermöglicht das Schwenken des Scheinwerfers während der Kurvenfahrt in den Fahrbereich. Durch Einbeziehung der automatischen Leuchtweitenregulierung wird in jeder Fahrsituation eine optimale Anpassung erreicht. Das Schwenken des Scheinwerfers wird der Kurvenfahrt kontinuierlich angepasst. Das Ausleuchten während der Kurvenfahrt verbessert somit die Sicht des Fahrers.

Die Elektronik des adaptiven Kurvenlichts ermöglicht ein schnelles Reagieren auf die aktuelle Fahrsituation. Darüber hinaus kann über die Elektronik ein Notprogramm aktiviert werden.

Die Objekterkennung der KAFAS-Kamera beziehungsweise vom Innenspiegel mit Fernlichtassistent steuert über einen Motor eine bewegliche Blende im Scheinwerfer. Das Fernlicht wird dabei so maskiert, dass entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeuge nicht geblendet werden. Dabei wird das eigene Fernlicht für das fremde Fahrzeug ausgeblendet. Für den Fahrer mit blendfreiem Fernlichtassistenten steht somit stets die größtmögliche Fernlicht Ausleuchtung zur Verfügung, ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden.

Der blendfreie Fernlichtassistent ist eine Kombination folgender Lichtsteuerungen:

  • Dynamische Leuchtweitenregulierung
  • Automatische Fahrlichtsteuerung
  • Variable Lichtverteilung
  • Adaptives Kurvenlicht

Bei eingeschaltetem Licht schaltet der eingeschaltete Fernlichtassistent das Fernlicht automatisch aus und wieder ein. Der blendfreie Fernlichtassistent erkennt mithilfe der KAFAS-Kamera beziehungsweise der FLA-Kamera entgegenkommende und vorausfahrende Verkehrsteilnehmer. Der blendfreie Fernlichtassistent sorgt dafür, dass das Fernlicht eingeschaltet bleibt, wann immer es die Verkehrssituation erlaubt.

Index Erklärung Index Erklärung
1 Reflexionen der Straße 2 Scheinwerfer Gegenverkehr
3 Heckleuchten vorausfahrender Verkehrsteilnehmer 4 Reflexionen der Fahrbahnmarkierung
5 Reflexionen der Verkehrszeichen

Durch die Stellmotoren der Leuchtweitenregulierung sowie der Stellmotoren des adaptiven Kurvenlichts werden die Lichtkegel der Scheinwerfer kontinuierlich angepasst.

Erkannte Verkehrsteilnehmer werden mithilfe einer Blende im Scheinwerfer ausgeblendet. Falls das Verkehrsgeschehen es erfordert, blendet der blendfreie Fernlichtassistent einseitig oder beidseitig ab.

Der blendfreie Fernlichtassistent erkennt ab Entfernungen von 1000 m entgegenkommende Fahrzeuge. Vorausfahrende Fahrzeuge werden bis 400 m erkannt.

Das Fernlicht kann jederzeit durch einen Eingriff des Fahrers ausgeschaltet oder eingeschaltet werden.

Blendfreien Fernlichtassistenten aktivieren:

  1. Lichtschalter in Schalterstellung A (Schalterstellung für automatische Fahrlichtsteuerung) drehen
  2. Taste des blendfreien Fernlichtassistenten am linken Lenkstockschalter drücken
  3. Die Kontrollleuchte (2) in der Instrumentenkombination leuchtet.
Index Erklärung Index Erklärung
1 Kontrollleuchte für eingeschaltetes Fernlicht oder Teilfernlicht 2 Kontrollleuchte für aktivierten blendfreien Fernlichtassistenten

Der blendfreie Fernlichtassistent reagiert auf die Beleuchtung des entgegenkommenden und vorausfahrenden Verkehrs sowie auf ausreichende Beleuchtung der Umgebung.

Manuell aufblenden und abblenden:

  1. Fernlicht ein oder Lichthupe ein
  2. Fernlicht aus

Um den blendfreien Fernlichtassistenten wieder einzuschalten, ist die Taste des Fernlichtassistenten am linken Lenkstockschalter erneut zu drücken.

Die folgende Grafik zeigt die unterschiedlichen Lichtverteilungen für Stadt, Landstraße, Autobahn und volles Fernlicht.

Index Erklärung Index Erklärung
1 Lichtverteilung Stadt 2 Lichtverteilung Landstraße (Gegenverkehr ausgeblendet)
3 Lichtverteilung Landstraße 4 Lichtverteilung Autobahn (volles Fernlicht)

In der Lichtverteilung Stadt ist eine asymmetrische kürzere Leuchtweite realisiert worden. Eine vergrößerte Leuchtweite ist wegen der Straßenbeleuchtung nicht erforderlich.

In der Lichtverteilung Landstraße zielt die Lichtverteilung auf eine gute Ausleuchtung der Fahrbahnränder und auf eine hohe Reichweite. Zu diesem Zweck wird im äußeren Bereich die Hell-Dunkel-Grenze angehoben. Dadurch werden Verkehrszeichen und Hindernisse deutlich früher und besser beleuchtet. Eine Begrenzung der Leuchtweite im mittleren Bereich dient zur Vermeidung einer Blendung entgegenkommender Fahrzeuge.

Die Lichtverteilung Autobahn entspricht in etwa der Lichtverteilung Landstraße, jedoch wird die Begrenzung im mittleren Bereich aufgehoben.

Für die zuletzt genannten Lichtverteilungen bestehen zudem kombinierte Lichtverteilungen. Beim Übergang der Lichtverteilung Landstraße zur Lichtverteilung Autobahn variieren die charakteristischen Ausprägungen der jeweiligen Lichtverteilungen. Zusätzlich erfolgt für die Lichtverteilung Autobahn eine geschwindigkeitsabhängige Anhebung der Hell-Dunkel-Grenze zur Erhöhung der Reichweite.

Durch definierte Aussparungen in der Blende können Zustände zwischen einer Lichtverteilung mit dem vollen Fernlicht und dem Abblendlicht realisiert werden.

Schwenkbereich der Scheinwerfer

Beide Scheinwerfer können sowohl vertikal wie auch horizontal um einige Grad geschwenkt werden. Damit erhalten die Lichtkegel gezielt eine neue Ausrichtung.

Vorausfahrendes Fahrzeug

Zur Erkennung eines Fahrzeugs überwacht der blendfreie Fernlichtassistent den Nahbereich (bis 400 m) vor dem Fahrzeug. Der blendfreie Fernlichtassistent erkennt die Heckleuchten vorausfahrender Fahrzeuge. Bei Erkennung vorausfahrender Verkehrsteilnehmer passt der blendfreie Fernlichtassistent das Fernlicht automatisch an. Damit kann der vorausfahrende Verkehr nicht geblendet werden.

Die folgende Grafik zeigt die Lichtverteilung von "oben" (1) und aus der Perspektive des Fahrers (2).

Entgegenkommendes Fahrzeug

Zur Erkennung eines Fahrzeugs überwacht der blendfreie Fernlichtassistent den Fernbereich (bis 1000 m) vor dem Fahrzeug. Der blendfreie Fernlichtassistent erkennt das Licht des Gegenverkehrs. Bei Erkennung entgegenkommender Verkehrsteilnehmer passt das System das Fernlicht automatisch so an, dass diese nicht geblendet werden. Dazu werden beide Scheinwerfer um einige Grad geschwenkt: Die Lichtkegel erhalten eine neue Ausrichtung.

Die folgende Grafik zeigt die Lichtverteilung von "oben" (1) und aus der Perspektive des Fahrers (2).

Bei Erkennung von Gegenverkehr entsteht ein Bereich, der vom Fernlicht nur schwach beleuchtet wird. Außerhalb dieses Bereichs bleibt die optimale Ausleuchtung der Straße erhalten (1). Die blendfreie Ausrichtung passt sich der Bewegung der anderen Verkehrsteilnehmer variabel an. Wenn das entgegenkommende Fahrzeug einen ungünstigen Winkel passiert, wird das ihm zugewandte Fernlicht deaktiviert (2). Das Fernlicht schaltet vorübergehend in den abgeblendeten Modus.

Ortschaft

Das Fernlicht beider Scheinwerfer wird ausgeschaltet, sobald die Umgebung hell genug ist. Das ist beispielsweise in geschlossenen Ortschaften der Fall.

Grenzen des Systems

Der blendfreie Fernlichtassistent kann die persönliche Entscheidung über die Benutzung des Fernlichts nicht ersetzen. In erforderlichen Situationen muss deshalb manuell abgeblendet werden.

In folgenden Situationen arbeitet der blendfreie Fernlichtassistent nicht oder nur eingeschränkt:

  • Ungünstige Wetterlagen wie Nebel oder starker Niederschlag
  • Verkehrsteilnehmern mit schlechter Beleuchtung
  • Enge Kurven, steile Kuppen oder Senken
  • Kreuzender oder halb verdeckt entgegenkommender Verkehr auf Autobahnen
  • Schlecht beleuchtete Ortschaften und stark reflektierende Verkehrszeichen
  • Niedrige Fahrgeschwindigkeit
  • Frontscheibe im Bereich um die KAFAS-Kamera beschlagen, verschmutzt oder durch Aufkleber oder Vignetten verdeckt

Sichtfeld der KAFAS-Kamera und vom Innenspiegel mit Fernlichtassistent

Das Sichtfeld der KAFAS-Kamera beziehungsweise der FLA-Kamera befindet sich in der Nähe des Innenspiegels. Der Bereich um den Innenspiegel darf, beispielsweise durch Vignetten, nicht verdeckt werden.

Hinweise für den Service

Rechtsverkehr und Linksverkehr

Bei Fahrten in Länder, in denen auf der anderen Seite der Fahrbahn als im Zulassungsland gefahren wird, müssen die Scheinwerfer mittels Folie teilweise abgeklebt werden. Der Lichtschalter muss in Schalterstellung 2 gedreht werden. Die Funktion des blendfreien Fernlichtassistenten steht dann nicht zur Verfügung.

Im F01LCI kann im Menü von Personal Profile die Lichteinstellung "Touristenlicht" aktiviert werden.

Scheinwerfer einstellen.

Die Grundeinstellung der Scheinwerfer kann wie bisher vorgenommen werden jedoch muss sich der Lichtschalter in Schalterstellung 2 befinden. Danach erfolgt die Seiteneinstellung über eine Servicefunktion im Diagnosesystem.

Wenn das Licht über die automatische Fahrlichtsteuerung eingeschaltet wird, ist die Lichtverteilung Stadt aktiviert. Die Scheinwerfer sind nur in der Lichtverteilung Landstraße richtig einstellbar. Der linke Scheinwerfer wird in der Lichtverteilung Stadt etwas nach links geschwenkt und gleichzeitig abgesenkt.

Wenn in der Lichtverteilung Stadt das Licht eingestellt wird, wird der entgegenkommende Verkehr durch die automatische Fahrlichtsteuerung während der Fahrt geblendet. Deshalb immer das Licht in Schalterstellung 2 und Motor aus einstellen.

Die Reparaturanleitung ist unbedingt zu beachten. Bei Erneuerung der Scheinwerfer ist darauf zu achten, dass nur Original BMW Teile verwendet werden.

Erneuern von Bauteilen.

Über die Fahrzeuglebensdauer können unterschiedliche Reparaturen anfallen. Durch Reparaturen kann es vorkommen, dass Bauteile mit unterschiedlicher Software oder Hardwarenummer verbaut werden. Dabei werden Neuteile mit den bereits im Fahrzeug verbauten Bauteile verwendet. In jedem Fall müssen die ersetzten Bauteile an das Fahrzeug angepasst werden. Im Service können beispielsweise folgende Bauteile erneuert werden:

  • Fußraummodul (FRM) oder Front Electronic Module (FEM) oder Body Domain Controller (BDC)
  • Scheinwerfertreibermodul
  • Leuchtmittel
  • Scheinwerfer

Nähere Informationen sind der entsprechenden Reparaturanleitung zu entnehmen.

Diagnose

Die Außenbeleuchtung muss für verschiedene Diagnoseaufträge in den Diagnosemodus versetzt werden.

Der Diagnosemodus ist beispielsweise bei nachfolgenden Diagnoseaufträgen erforderlich:

  • Auslesen der relevanten Bus-Signale im Stand
    • Geschwindigkeit
    • Gierrate
    • Lenkwinkel
  • Prüfung von Einschaltbedingungen
    • Status Regen-Licht-Solar-Beschlagsensor
    • Status blendfreier Fernlichtassistent
    • Status Lichtschalter

Fehlende oder nicht plausible Bus-Signale werden als Fehler gespeichert.

Die Fehlerarten werden im Scheinwerfertreibermodul abgespeichert. Das Fußraummodul (FRM) oder das Front Electronic Module (FEM) oder der Body Domain Controller (BDC) ermöglicht den Zugriff auf das Scheinwerfertreibermodul.

Allgemeine Hinweise

Überwachung der Leuchtmittel

Alle Leuchtmittel der Außenbeleuchtung werden im eingeschalteten Zustand vom Fußraummodul (FRM) oder vom Front Electronic Module (FEM) oder vom Body Domain Controller (BDC) überwacht. Die Überwachung startet ab Klemme 15 ein.

Warmüberwachung bei Licht ein

Die Warmüberwachung basiert auf der Strommessung. So kann mithilfe der Stromaufnahme ein Kurzschluss oder eine Unterbrechung erkannt werden. Wenn beispielsweise bei eingeschaltetem Xenon-Licht die Stromaufnahme der Gasentladungslampen nicht gemessen werden kann, erkennt das Fußraummodul (FRM) oder das Front Electronic Module (FEM) oder der Body Domain Controller (BDC) ein defektes Xenon-Licht. Das Ansteuern des Xenon-Lichts wird zurückgenommen und in der Instrumentenkombination (KOMBI) eine Check-Control-Meldung ausgegeben.

Die LEDs der Außenbeleuchtung sind ebenfalls in die Überwachung einbezogen. Hierbei wird die Stromaufnahme gemessen. Der Ausfall der LEDs wird ebenfalls in der Instrumentenkombination (KOMBI) als Check-Control-Meldung ausgegeben.

 

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