Funktionszentrum Dach High-Variante

Funktionszentrum Dach High-Variante (FZD)

In der High-Variante hat das Funktionszentrum Dach (FZD) ein eigenes Steuergerät: das FZD-Steuergerät.

In der High-Variante enthält das Funktionszentrum Dach je nach Baureihe, Ausstattung und Länderausführung folgende Bauteile:

  • Innenleuchte vorn
  • Leseleuchten vorn (für Fahrerseite und Beifahrerseite)
  • Leuchtdioden für ambiente Beleuchtung (einfarbig oder zweifarbig)
  • Kontrollleuchte für Beifahrerairbag-Abschaltung
  • Schiebehebedach-Schalter
  • Notruftaste mit Notruf-LED
  • Innenlichttaste
  • Taste für Leselicht auf der Fahrerseite
  • Taste für Leselicht auf der Beifahrerseite
  • Ultraschall-Innenraumschutz (USIS) mit Ultraschall-Innenraumsensoren

Aufgrund der Ausstattungsvarianten ergeben sich insgesamt viele Varianten des Funktionszentrums Dach in der High-Variante.

Funktionsbeschreibung

Für das Funktionszentrum Dach in der High-Variante sind folgende Funktionen beschrieben:

  • Innenbeleuchtung vorn

    Das Innenlicht vorn wird automatisch vom Fußraummodul (FRM) oder Front Electronic Module (FEM) oder Body Domain Controller (BDC) angesteuert. Im Funktionszentrum Dach wird die bereitgestellte Spannungsversorgung nur durchgeschleift. Manuell kann das Innenlicht über die Innenlichttaste im Funktionszentrum Dach eingeschaltet oder ausgeschaltet werden.

  • Leseleuchten vorn

    Die Leseleuchten vorn werden vom Fußraummodul (FRM) oder Front Electronic Module (FEM) oder Body Domain Controller (BDC) mit Spannung versorgt. Im Funktionszentrum Dach wird die bereitgestellte Spannungsversorgung nur durchgeschleift. Mit Druck auf die entsprechende Taste wird die gewählte Leseleuchte eingeschaltet.

  • Leseleuchten hinten

    Die Leseleuchten hinten werden über das Funktionszentrum Dach mit Spannung versorgt. Abhängig von den Tastensignalen (ein oder aus) der Tasten für das Leselicht hinten, wird über einen Elektronikbaustein im Funktionszentrum Dach die Versorgung für die Leseleuchten hinten bereitgestellt.

  • Ambiente Beleuchtung vorn

    Abhängig von Baureihe, Baujahr und Fahrzeugausstattung ist die ambiente Beleuchtung vorn einfarbig oder zweifarbig.

    • Einfarbige Beleuchtung

      Die 2 Leuchtdioden für das ambiente Licht werden direkt über das Fußraummodul (FRM) bzw. über das Front Electronic Module (FEM) oder den Body Domain Controller (BDC) angesteuert.

    • Zweifarbige Beleuchtung

      Bei einer zweifarbigen Beleuchtung sind im LED-Träger zwei Leuchtdioden eingebaut. Das Fußraummodul (FRM) bzw. Front Electronic Module (FEM) oder der Body Domain Controller (BDC) steuert eine Leuchtdiode über Klemme 58g an, die andere Leuchtdiode über Klemme 58g_2.

      Die Farbe für die ambiente Beleuchtung kann am Central Information Display mit dem Controller ausgewählt werden. Zudem kann am Central Information Display mit dem Controller auch die Helligkeit für die ambiente Beleuchtung eingestellt werden.

      Die Helligkeit kann auch über den Dimmer am Lichtschalter eingestellt werden. Dabei werden aber im Gegensatz zur Einstellung am Central Information Display gleichzeitig die Innenbeleuchtung und die ambiente Beleuchtung gedimmt.

  • Ambiente Beleuchtung hinten

    Abhängig von Baureihe, Baujahr und Fahrzeugausstattung ist die ambiente Beleuchtung hinten einfarbig oder zweifarbig.

    • Einfarbige Beleuchtung

      Die 2 Leuchtdioden für das ambiente Licht werden direkt über das Fußraummodul (FRM) bzw. über das Front Electronic Module (FEM) oder Body Domain Controller (BDC) angesteuert. Im Funktionszentrum Dach wird die bereitgestellte Spannungsversorgung nur durchgeschleift.

    • Zweifarbige Beleuchtung

      Bei einer zweifarbigen Beleuchtung sind im LED-Träger zwei Leuchtdioden eingebaut. Das Fußraummodul (FRM) bzw. Front Electronic Module (FEM) oder der Body Domain Controller (BDC) steuert eine Leuchtdiode über Klemme 58g an, die andere Leuchtdiode über Klemme 58g_2.

  • Ambiente Beleuchtung mit Bus-Verbindung (LIN-Bus)

    Abhängig von der Baureihe und der Fahrzeugausstattung werden die Leuchten der ambienten Beleuchtung über den LIN-Bus vom Body Domain Controller (BDC) angesteuert und mit Spannung versorgt. Im Ruhezustand schaltet der Body Domain Controller (BDC) die Versorgungsspannung ab.

    Die Leuchten kommunizieren über den LIN-Bus mit dem Body Domain Controller (BDC). Die Leuchten sind am LIN-Bus in Reihe geschaltet. Jeder Leuchte ist eine bestimmte Adresse zugeordnet. Über diese Adresse weiß der Body Domain Controller (BDC), von welcher Leuchte er eine Fehlermeldung erhalten hat.

  • Kontrollleuchte für Beifahrerairbag-Abschaltung

    Das Crash-Sicherheits-Modul (ACSM) steuert die Kontrollleuchte für die Beifahrerairbag-Abschaltung direkt an. Im Funktionszentrum Dach ist die Kontrollleuchte Notruftaste an Klemme 30B angeschlossen. Wenn die Kontrollleuchte leuchtet, ist der Beifahrerairbag deaktiviert.

  • Notruftaste mit Notruf-LED ansteuern

    Die Notruftaste mit Notruf-LED ist direkt mit dem Telefonsteuergerät verbunden. Im Funktionszentrum Dach ist die Notruftaste mit Notruf-LED an Klemme 31E angeschlossen.

    Notruf auslösen:

    • Abdeckklappe der Notruftaste antippen und öffnen.
    • Notruftaste drücken, bis die Notruf-LED leuchtet. Die Verbindung wird aufgebaut.
    • Wenn die Notruf-LED blinkt, ist die Verbindung aufgebaut.

    Der manuelle Notruf läst sich innerhalb von 5 Sekunden abbrechen.

  • Schiebehebedach

    Die Funktion des SHD-Steuergeräts ist im FZD-Steuergerät integriert. Wenn das FZD-Steuergerät vom Schiebehebedach-Schalter eine Anforderung für das Schiebehebedach erhält, steuert es die Elektromotoren an. Über die im Funktionszentrum Dach integrierten Relais werden die Elektromotoren mit Spannung (Klemme 30) versorgt.

    In den beiden Elektromotoren des Schiebehebedach-Antriebs sind jeweils 2 Hallsensoren integriert. Die Hallsensoren erfassen die Motorumdrehungen. Die Hallsensorsignale werden an das FZD-Steuergerät weitergeleitet. Durch die Hallsensorsignale erkennt das FZD-Steuergerät die Position des Schiebehebedachs und der Schiebeblende. Zudem wird im FZD-Steuergerät aus der Schließgeschwindigkeit des Schiebehebedachs die Schließkraft berechnet. Die mechanischen Kräfte ändern sich mit der Umgebungstemperatur und der Alterung. Deshalb werden bei jedem Schließvorgang die benötigte Schließkraft und der Einklemmschutz angepasst.

    Wenn die Außenbeleuchtung eingeschaltet wird, liefert das Fußraummodul (FRM) oder das Front Electronic Module (FEM) oder der Body Domain Controller (BDC) dem FZD-Steuergerät über den K-CAN2 ein pulsweitenmoduliertes Signal für den Helligkeitswert der Suchbeleuchtung (Klemme 58g) im Schiebehebedach-Schalter.

    Sicherheitsfunktionen

    • Maximale Motorlaufzeit

      Wenn die Motorlaufzeit für eine Richtung eine bestimmte Zeit überschreitet, schaltet das FZD-Steuergerät den Antrieb ab.

    • Überhitzungsschutz

      Die Erwärmung der Elektromotoren wird auf Basis der gemessenen Umgebungstemperatur sowie der Betriebszeit über ein thermisches Modell im FZD-Steuergerät laufend berechnet.

      Als Temperatursignal steht die Außentemperatur (über K-CAN) zur Verfügung. Zudem befindet sich auf der Platine des FZD-Steuergeräts ein Temperatursensor. Ab einer bestimmten Temperaturschwelle schaltet das FZD-Steuergerät den Schiebehebedach-Antrieb ab.

    • Blockierschutz

      Wenn die Hallimpulse vom Elektromotor länger als 500 Millisekunden ausbleiben, schaltet das FZD-Steuergerät den Schiebehebedach-Antrieb ab.

  • Diebstahlwarnanlage

    Die Diebstahlwarnanlage (DWA) überwacht die Kontakte an den Türen, der Heckklappe, der Frontklappe sowie den Status des Neigungsalarmgebers und der Innenraumüberwachung.

    Die Diebstahlwarnanlage besteht aus dem Ultraschall-Innenraumschutz (USIS) mit Ultraschall-Innenraumsensoren und der Sirene mit Neigungsalarmgeber. Der Neigungsalarmgeber (in der Sirene integriert) überwacht die Fahrzeugneigung. Der Neigungsalarmgeber erkennt das Anheben bzw. Abschleppen des Fahrzeugs. Die Sirene mit Neigungsalarmgeber ist über den LIN-Bus mit dem FZD-Steuergerät verbunden.

    Die Software der Diebstahlwarnanlage (DWA) ist im FZD-Steuergerät integriert. Somit steuert das FZD-Steuergerät die Diebstahlwarnanlage.

    Der DWA-Alarm erfolgt akustisch und optisch. Wenn ein DWA-Alarm ausgelöst wird, aktiviert das FZD-Steuergerät über den LIN-Bus den Lautsprecher der Sirene. Gleichzeitig sendet das FZD-Steuergerät ein Alarmsignal als Botschaft auf dem K-CAN2. Das Fußraummodul (Bus-Teilnehmer am K-CAN2) aktiviert den optischen Alarm über die Lichtanlage.

    Der Alarm kann länderabhängig kodiert sein, z. B. die optische Alarmauslösung (mit Warnblinken; mit Abblendlicht; mit Fernlicht etc.) und die Alarmdauer (Intervall: 1–mal; 3–mal, etc.).

    Das FZD-Steuergerät empfängt über den K-CAN2 folgende Statussignale:

    • vom Fußraummodul (FRM) oder Front Electronic Module (FEM) oder Body Domain Controller (BDC) den Status der Türen
    • vom Car Access System (CAS) oder Front Electronic Module (FEM) oder Body Domain Controller (BDC) den Status der Frontklappe
    • von der Junction-Box-Elektronik (JBE) oder dem Rear Electronic Module (REM) oder dem Body Domain Controller (BDC) den Status der Heckklappe

    Die DWA-Leuchtdiode wird direkt vom FZD-Steuergerät angesteuert.

    Beim LIN-Bus wird die Leitungsverbindung überwacht. Das FZD-Steuergerät sendet über den LIN-Bus zyklisch eine Anforderung zur Überwachung der Leitungsverbindung an die Sirene mit Neigungsalarmgeber. Wenn innerhalb einer bestimmten Zeit die Antwort ausbleibt, löst das FZD-Steuergerät einen DWA-Alarm aus. Die Überwachung der Leitung ist auch während der Alarmauslösung aktiv.

Gezeigt F01

Index Erklärung Index Erklärung
A Funktionszentrum Dach High-Variante, Vorderansicht B Funktionszentrum Dach High-Variante, Rückansicht
1 Notruftaste mit Notruf-LED 2 Schiebehebedach-Schalter
3 Kontrollleuchte für Beifahrerairbag-Abschaltung 4 Öffnungen für die Ultraschall-Innenraumsensoren
5 Leseleuchte rechts 6 Taste für Leselicht rechts
7 Ambientes Licht rechts 8 Innenleuchte
9 Innenlichttaste 10 Ambientes Licht links
11 Taste für Leselicht links 12 Leseleuchte links
13 Ultraschall-Innenraumsensoren 14 Steckverbindung 16–polig (Dachhimmelkabelbaum)
15 Steckverbindung 20-polig (Innenspiegel- und Hauptkabelbaum) 16 Steckverbindung 14-polig (Hallsensoren des Schiebehebedach-Antriebs)
17 Steckverbindung 4-polig (Versorgung) 18 Steckverbindung 4-polig (Schiebehebedach-Antrieb)

Aufbau und innere Verschaltung

Das Funktionszentrum Dach High-Variante ist über 5 Steckverbindungen am Bordnetz angeschlossen.

Der LIN-Bus verbindet das FZD-Steuergerät mit der Sirene und dem Neigungsalarmgeber.

Das Funktionszentrum Dach (FZD) ist Bus-Teilnehmer am K-CAN2.

Der Stromverteiler in der Junction Box oder Stromverteiler vorn rechts versorgt das Funktionszentrum Dach (FZD) mit Klemme 30.

Index Erklärung Index Erklärung
1 Leseleuchte links 2 Ambientes Licht links
3 Innenleuchte 4 Ambientes Licht rechts
5 Leseleuchte rechts 6 Kontrollleuchte für Beifahrerairbag-Abschaltung
7 Taste für Leselicht rechts mit Suchbeleuchtung 8 Ultraschall-Innenraumschutz (USIS) mit Ultraschall-Innenraumsensoren
9 FZD-Steuergerät 10 Schiebehebedach-Schalter
11 Elektronikbaustein 12 Notruftaste mit Notruf-LED
13 Taste für Leselicht links mit Suchbeleuchtung 14 Innenlichttaste mit Suchbeleuchtung

Pinbelegung

In der oben stehenden Grafik sind nur die Versorgung und die Bus-Verbindung dargestellt. Die aktuelle Pinbelegung ist am Diagnosesystem ISTA (Integrated Service Technical Application) bei den Schaltplänen zu finden. Durch Klicken auf das Grobzeichen im Schaltplan werden die Reiter “Einbauort” und “Pinbelegung” aktiv.

Sollwerte

Folgende Sollwerte für das FZD-Steuergerät beachten:
Größe Wert
Versorgungsspannung 9 bis 16 V
Temperaturbereich -40 bis 85 °C

Diagnosehinweise

Ausfall des Bauteils

Bei Ausfall der Kommunikation zum Funktionszentrum Dach in der High-Variante die standardmäßigen Prüfungen durchführen (globales Testmodul). Bei einem steuergeräteinternen Fehler ist folgendes Verhalten zu erwarten:

  • Fehlerspeichereintrag im FZD-Steuergerät
  • Check-Control-Meldung in der Instrumentenkombination
  • Ausfall der Kontrollleuchte für Beifahrerairbag-Abschaltung: Fehlerspeichereintrag im Crash-Sicherheits-Modul (ACSM) und Check-Control-Meldung in der Instrumentenkombination.
  • Ausfall Notruftaste oder Notruf-LED: Fehlerspeichereintrag im Telefonsteuergerät und Check-Control-Meldung in der Instrumentenkombination.

Nach dem Tausch des FZD-Steuergeräts muss das Steuergerät kodiert und initialisiert werden.

 

Druckfehler, Irrtümer und technische Änderungen vorbehalten.

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